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Hi Ihr Lieben!
bin ganz schoen im Rueckstand mit meinen Berichten.
Mal schaun, ob es mir hier in Xelaju (meist Xela
genannt, spricht sich "Schela" und ist in Quiché-Sprache der Name
fuer Quetzaltenanango) gelingt, dies ein bisschen zu
aendern... obwohl draussen grad wieder eine
verfuehrerische Sonne scheint... Xela ist mit ca.
119.000 Einwohner/innen die zweitgroesste
Stadt Guatemalas und Zentrum der Quiché-Mayas. Es
liegt immerhin 2.335 Meter hoch... An solch eine Hoehe
musste ich mich erstmal wieder gewoehnen. Hier ist grad
Winter und in anderen Regionen schon verstaerkt
Regenzeit. Das heisst, dass es hier oben tagsueber in der Sonne
oft sehr heiss ist, nachts aber doch empfindlich kuehl. Mehr zu Xela
spaeter... Sonst entgeht auch in dieser Mail, was ich in
meinen letzten Stationen in Honduras erlebt hat... :-)


Die Bay Islands waren eindeutig bereits vor Ankunft der Europaer besiedelt - eventuell von Mayas, Paya Indigenas und auch von Nahuatl-sprechenden Staemmen (Sprache der mexikanischen Azteken). Christopher Columbus landete bei seiner vierten und letzten Reise zur "Neuen Welt" am 30.Juli 1502 auf der kleinsten Bahia-Insel Guanaja. Die Spanier versklavten die Inselbewohner/innen und sandten sie zur Plantagenarbeit in Cuba oder den Gold- und Silberminen Mexicos. 1528 waren die Inseln wohl fast unbesiedelt. Danach wurden die Inseln zum Seeraeuber-Stuetzpunkt fuer englische, franzoesische und hollaendische Piraten... Der englische Pirat Henry Morgan sorgte Mitte des 17.Jahrhunderts - unterstuetzt von ca. 5000 weiteren Seeraeubern - von Roatan aus fuer Schrecken auf der See. Im Maerz 1782 gelang es den Spaniern, die Inseln zu stuermen und alle Piraten vor Ort entweder zu toeten oder als Sklaven zu verkaufen. Wiederum waren die Inseln kurze Zeit fast unbesiedelt. Nach einem Aufstand der Garifunas der Karibikinsel St. Vincent 1759 brachten englische Truppen 3000 schwarzhaeutige Garifunas nach Roatan. Einige Garifunas blieben vor Ort, andere besiedelten die Nordkueste von Honduras. Bis 1859 blieben die Bay Islands und der Nordosten von Honduras in englischer Hand... erst dann traten die Englaender diese Gebiete an Honduras ab. Somit ist Englisch mit karibischem Akzent nach wie vor Hauptsprache vor Ort... erst in den letzten Jahrzehnten hielt auch die spanische Sprache in den Schulen verstaerkt Einzug... und die Insel-Bewohner/innen haben ueberwiegend groesseres Interesse an England und den USA als an "ihrem Land" Honduras.

Ich kann Interessenten dafuer nur den Tipp weitergeben, der
auch mir geholfen hat: Es ist eine Mischung aus
Vertrauen, Geldbeutel und Nasenfaktor. Vor Ort
hingehen, Fragen stellen, Material ansehen, Preise
vergleichen... und Wohlfuehlfaktor. Es gibt eine
Tauchschule dort, die einen Basis-Tauchkurs
(Scuba-Tauchen mit Flasche) bereits fuer 99 US-Dollar
anbietet. Allerdings haengt beim Tieftauchen Leben und
Gesundheit von gutem verlaesslichem Material, guten
Tauchlehrer/innen und gutem Betreuungsschluessel ab...
Die meisten verlangen fuer einen 3-4 taegigen
Tauch-Grundkurs ca. 150 bis 170 US-Dollar und bieten
dafuer auch 2-4 Naechte freie Unterkunft mit an... Und
ich hab mich dann nach einigem Abwaegen fuer Gunterīs
Diving School entschieden. Gehoert einem
Oesterreicher, der seit ueber 30 Jahren auf der Insel
lebt und wohl dort zu den ersten Tieftauchern
gehoerte. Wird aber inzwischen von einem netten
Texaner gemanagt. Hab meinen ersten Tauchkurs bei Mari,
einer ganz tollen japanischen Tauchlehrerin
(professionelle Taenzerin) absolviert...



Genau das ist aber auch das Allerwichtigste beim
Tauchen: unbedingt immer weiteratmen. Wer die Luft
anhaelt, riskiert bei dem in der Tiefe hoeheren Druck
ernsthafte Lungenverletzungen. Eine weitere lebenswichtige Regel:
Nie alleine tauchen! Wenn die Luftzufuhr irgendwie
gestoert ist bzw. eine - Deine - Flasche ploetzlich
leer ist, kann doch immerhin dein "Buddy" (Partner/in)
Dich mit seiner/ihrer alternativen Luftversorgung
(Octupus) mit Luft weiterversorgen. Und eine absolut
wichtige Ohren-rettende Regel ist: Druckausgleich -
Druckausgleich - Druckausgleich! Ich bin alleine auf
Utila so vielen Menschen mit geplatzten Trommelfellen
und anderen "netten" Ohrenproblemen begegnet... das
braucht kein Mensch!
Im Mai ist die Karibik rund um
Utila angeblich so warm, dass mensch einfach so mit
Badeanzug tauchen kann... als ich dort war, hab ich
zwischenzeitig aber ganz schoen gefroestelt...
Erkaeltung mit verstopften Nebenhoehlen und Tauchen
passen leider nicht zusammen, denn dann klappt das mit
dem Druckausgleich nicht mehr... Einige Taucher/innen
behelfen sich mit schleimloesenden Medikamenten
(sinatab). Das kann allerdings reichlich gefaehrlich
werden - insbesondere wenn die Wirkung zu frueh
nachlaesst. Aber ich hatte, was das betrifft, Glueck:
Meine Ohren leben noch und mich hat dort
erfreulicherweise auch keine Erkaeltung wirklich
ausgebremst! :-)
In meinem Grundkurs hab ich erstmal nette Ueberlebensuebungen gelernt... Tauchermaske unter Wasser abnehmen und wieder aufsetzen, Wasser in der Maske ausblasen (leider haeufig noetig bei doch nicht 100% passenden Masken oder stoerenden Haaren oder....), auf Luftversorgungsmundstueck des Partners wechseln,... und lauter so spannende Sachen. Dies alles uebten wir zunaechst vom Dock aus in flachem Wasser - leider teilweise bei stroemendem Regen und somit in absolut trueber, Sicht versperrendem Flachwasser (in ca. 3 Meter Tiefe). .

Nach erfolgreichem Absolvieren dieser Grunduebungen ging es dann erstmals mit dem Boot raus.Meine erste Taucherfahrung dieser Art war allerdings leider die am wenigsten schoene: Die See war so rauh, dass ich bei der Pause auf Deck nach dem ersten Tauchgang so seekrank wurde, dass ich - immerhin in netter Gesellschaft - Fische fuetterte. Fragte mich zu diesem Zeitpunkt immer wieder, warum ich mir das antue - und dafuer sogar noch bezahle. Ich wollte nur noch zurueck... Hab dann aber dennoch meinen zweiten Tauchgang gemacht, denn die Perspektive, eine weitere halbe Stunde auf dem schwankenden Boot auszuharren, bis die anderen zurueckkehren, war noch schlimmer als etwas frierend und mit verdrehtem Magen ins Wasser zurueckzukehren... Nach diesem Tag ging es zum Glueck mit dem Spassfaktor aufwaerts... ;-)

Im Aufbaukurs, den ich dann doch noch dranhaengte, lernte ich "Buoyance Control"... das heisst, sich relativ schwerelos im Wasser auszutarieren... Das ist von den mitgefuehrten Gewichten (!) und von der Luft in der Schwimmweste abhaengig... und klappt zumindest bei mir nach wie vor mal richtig gut mal weniger. Spannend war auch unser Tieftauchgang... ich war tatsaechlich 30 Meter tief und hab dort unten mit Eiern jongliert (um zu testen, ob ich mit der Tiefe klarkomme) und ein Schiffswrack umschwommen... War schon aufregend. Aber noch aufregender war der Nachttauchgang.

Leider hab ich mir diesen ganz schoen vermiest, da mir da immer wieder Wasser in die Maske kam... und das ist dann doch aetzend: mit Lampe ohnehin nicht viel sehen und dann immer wieder Salzwasser in den Augen, egal wie oft ich die Maske auch ausblies... Immerhin hab ich dennoch zwei nachtaktive wunderschoene Langusten und einen Tintenfisch gesehen... der zweite Tintenfisch war fuer mich leider nur eine roetlicher Fleck durch Salzwasser... Ich tauchte etwas frustriert auf und tauschte Maske... half leider nicht viel... aber insgesamt war das schon wunderschoen und ein absolut irres Erlebnis! Und dann haben wir auch noch unter Wasser ein paar - zugegeben wenig beruehmte - Photos gemacht... :-)
Hab unglaublich schoene Fische und Unterwassertiere gesehen... wunderschoene Schildkroeten, Langusten, Tintenfische, Kofferfische, Nadelfische, Papageienfische, Kuhfische,... und gaaaanz viele teilweise schillernd bunte andere Fische, deren Namen ich leider ueberwiegend nur auf englisch kennen gelernt hab... Aber vielleicht sind ohnehin nicht allzu viele Fischexpert/innen unter Euch?! Hab meine Fisch-Liste leider grad nicht hier, reiche Euch aber gerne mit den Photos noch ein paar Namen meiner absoluten Lieblingsfische nach...

Eine weitere Attraktion rund um Utila - und speziell Anfang des Jahres - sind die inzwischen auch schon sehr selten gewordenen SCHWERTWALE... Gleich mal vorab: Leider hab ich keinen gesehen, auch wenn auch ich mal mit den anderen an einer sehr "verdaechtigen, erfolgstraechtigen" Stelle auf einem Tauchboot mit anderen lauerte... Aber wahrscheinlich war es den Tieren mit all den interessierten Booten zu laestig aufzutauchen. Angeblich haben andere sie zur selben Zeit gesehen... whatever. Schwertwale sind - laut Touri-info - die groessten Meerestiere und erreichen Laengen bis zu 40 - 60 Fuss (tja...wieviel Meter sind das nun? :-) kleine Denksportaufgabe...). Schwertwale sind friedliche Planktonvertilger... somit rein vegetarisch unterwegs... und sehr selten: 1986 wurden gerade mal 320 Exemplare als gesichtet registriert. Und nachdem sie Mitte der 90er bevorzugt von asiatischen Fischern gejagt wurden, gelang es im Oktober 1999 endlich, sie als besonders gefaehrdete Spezies unter Schutz zu stellen. Einige der Taucher/innen, die ich dort traf, hatten das Glueck, die freundlichen Riesen zu sehen und sogar teilweise mit Tauchermaske unter Wasser zu bewundern. Einer von ihnen hatte wohl sogar die Dreistigkeit, einen zu beruehren... was wohl ziemlich gefaehrlich fuer die Meeresriesen ist, wie ich dann erfuhr: Menschenhaende sind - auch im Wasser - wohl zu "dreckig" und koennen fuer Wale gefaehrliche Krankheiten uebertragen... Also fuer Euch: Wenn Ihr Eurem naechsten Wal begegnet... schoen Pfoten weg! :-)
Hab mir auch das absolute Vergnuegen gegoennt, mal mit einem Kayak "meiner" Tauchschule zum Mangrovenwald der Insel zu paddeln... wunderschoen und ruhig dort! Am Eingang zum Austerbett-See lebt eine riesige Pelikan-Kolonie... hab 34 an einer Stelle gezaehlt... war hin und weg... und meine Anwesenheit mit Kayak stoerte sie auch wenig, solange ich Abstand hielt...

... damit Ihr nicht zu sehr ins Traeumen kommt: Utila ist in vielen Aspekten fuer viele Menschen ein Paradies, aber das Ganze hat denn doch seine dicken Haken: Utila ist natuerliche Heimat von Millionen von Mosquitos und Sandflies (jejénes)! Diese sind zu windigen Zeiten weniger und zu windstillen Zeiten absolut laestig. Die beste hautfreundliche Waffe ist tatsaechlich Babyoel... dort bleiben diese Winzlinge dann einfach kleben... und dann am besten zusaetzlich Repelente (Insektenschutz) gegen Mosquitos... Denn auf Utila gibt es eindeutig Faelle von Denguefieber und Malaria! Immerhin... sowas hab ich mir denn doch nicht eingefangen... :-) Die Sandflies haben leider noch weitere Nachteile: wer denn doch kratzt, faengt sich sehr rasch offene Wunden ein, die im theoretisch heilsamen Meerwasser immer wieder aufweichen und ein prima Bakterienherd sind... Naja... genau das hab ich mir dann ja auch eingefangen, als ich Utila verliess... zum ersten Mal wieder mit geschlossenen Schuhen. Und da Knoechel doch immer wieder die bevorzugte Stichstelle sind... naja, den Rest der Geschichte kennt Ihr ja...
Und jetzt werde ich hier endlich mal wieder verschwinden und diesen Part losschicken...
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